Chronik

Wie alles begann...

"Turnverein Hammerthal"

Unter diesem schlichten Namen wurde unser Verein am 10.4.1891, also vor über
einhundert Jahren gegründet, und nach den Wirren zweier Weltkriege am 18.7.1948
neu ins Leben gerufen. Er führt seitdem den Namen " Hammerthaler SV 1891 "
Es waren die Turner, die einen der ältesten Sportvereine Wittens ins Leben riefen und
in den nächsten Jahren für eine rasche Entwicklung des Turn- und Sportbetriebes sorgten.

Heute hat unser Verein 3 Abteilungen:
Turnen (mit Volleyball u. Schwimmen)
Tischtennis und Fußball.
In den über 100 Jahren haben Generationen dem HSV mit ideeller Auffassung und
uneigennützigem Einsatz gedient.
Sie waren stolz auf die sportliche Erfolge ihrer Mannschaften, sie haben Niederlagen
und Abstiege hinnehmen müssen und sie haben sich immer wieder sportliche Ziele gesetzt.

Über 125 Jahre Vereinsgeschichte

Ein Rückblick auf die Vereinsgeschichte ist dadurch erschwert, daß im Zuge der Ereignisse beider Weltkriege fast alle Unterlagen vernichtet wurden. Wir sind aber froh, daß noch ein Exemplar der Gründungssatzung gefunden wurde.
Die Begeisterung für die Turnbewegung wurde Ende des vergangenen Jahrhunderts auch in das Hammerthal getragen. Der Wunsch nach einem geordneten Turnbetrieb führte im April 1891 zur Gründung eines Turnvereins mit dem Namen "Turnverein Hammerthal 1891".
Der erste Vorstand setzt sich wie folgt zusammen:

1. Vorsitzender - C. Blankenagel
2. Vorsitzender - M. Pickart
1. Turnrat - M. Pickart
2. Turnrat - G. Geilenberg
Kassenwart - U. Stich
Schriftwart - H.Stich

Zunächst mangelt es an Geräten. Im Laufe der Jahre wurden unter erheblichen Opfern der Turner die Geräte angeschafft.

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Das 25jährige Bestehen konnte wegen des 1. Weltkrieges nicht gefeiert werden. Der Turnbetrieb war eingestellt worden. Mit Rückkehr der ersten Turner aus dem Krieg, wurde 1920 das Turnen wieder aufgenommen. Die Verluste des Krieges waren nicht so leicht zu verkraften, der Nachwuchs fehlte.
Im Jahre 1927 wurden die Statuten vom 10. April 1891 ergänzt.
Der Vorstand des Jahres 1927 war:

1. Vorsitzender - H. Blankenagel
2. Vorsitzender - G. Jäger
Oberturnwart - J. Siemon
Kassenwart - M. Koch
Schriftwart - M. Schröer

Leider sind bis zum Jahre 1927 keine Unterlagen vorhanden.
Im Jahre 1927 hatte der "Hammerthaler Turnverein" folgende Mitglieder:

Altersriege - 34 Personen
Jugendriege - 27 Personen
Aktive - 19 Personen
Damenriege - 31 Personen
Passive - 11 Personen

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Im Jahresbericht 1930 wurde erwähnt, daß die damalige Gründung der Handballabteilung nur von kurzer Dauer war, da es keinen eigenen Sportplatz gab. Am 31. November 1930 fand im Köttendropschen Saale ein Herbstfest statt.
Es wurde ein Überschuß von 30,- Reichsmark erwirtschaftet.
Die frühere Maschinenhalle der Zeche Blankenburg durfte als Turnhalle benutzt werden.
Der Platz hinter der Halle wurde zu einem "Sportplatz" umgebaut. Die Arbeiten mußten in Eigenhilfe erledigt werden und sollten zum 40jährigen Jubiläum fertig sein.
Der erste Turnwart Emil Deissenroth, nahm an einem Turnkursus für ländliche Vereine in Berlin-Spandau teil. Wegen der vollständigen Ebbe in der Vereinskasse konnten dem Turnwart nur 25,- Reichsmark als Zuschuß bewilligt werden. Trotzdem nahm er teil.
Frage: Wer macht das heute noch ?
Im Jahre 1931 stifteten die Turndamen eine neue Schleife für die Vereinsfahne. Fünf Turner und sechs Turnerinnen nahmen am 14. Juni 1931 am Gauturnfest in Horst-Emscher teil. Um die Kameradschaft unter den Vereinsmitgliedern zu stärken wurde in jedem Quartal eine Versammlung abgehalten.

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Der Bau des Sportplatzes machte Fortschritte, die fehlende Erde kam aus dem Steinbruch des
Herrn August Kopperschläger.
Eine Kommission für die Einweihung des Platzes wurde gegründet.
Ihr gehörten Heinrich Heinevetter, Wilhelm Borgmann, Theo Greskowiak, August Hautkapp und Grete Hellinger an. Eckfähnchen wurden von den Damen aus gespendetem Stoff genäht. Zur Einweihung des Sportplatzes wurde eine Mannschaft von Tura-Hattingen verpflichtet.
Zur Eröffnungsfeier wurde der Sanitäter Herr Michel bestellt und freundlicherweise stellte die Buchholzer Schule den Sanitätskasten zu Verfügung.
Am 2. September 1931 wurden Spielausschüsse gewählt.

Fußball:
Wilhelm Borgmann, Gustav Lieber
Wilhelm Pott, Hans Kumpmann

Handball:
Fritz Thomas, August Hautkopp
Wilhelm Stich, Paul Niedersteberg

Jugendobmann:
Heinrich Heinevetter

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Leider ist von der Einweihung und der 40jährigen Feier kein Protokoll vorhanden.
1933 hatte sich die Fußballabteilung vom Hammerthaler Turnverein abgesondert. Am 15. Juli 1933 fand eine Versammlung statt, mit dem Zwecke, daß die Fußballer wieder in den Verein aufgenommen wurden. Nach den damaligen Gesetzen durfte kein Verein gegründet werden.
Nach einer erregten Aussprache wurden die Fußballer aufgenommen, allerdings mit der Maßnahme, sich Trikots und Bälle selbst zu kaufen.
Mit Beginn des zweiten Weltkrieges ließ der Spiel- und Turnbetrieb nach und wurde schließlich eingestellt. Erst im Jahre 1948 waren es 12 Personen, die sich um einen Neuanfang bemühten. Das war am 18. Juli 1948.
Zum 1. Vorsitzenden wurde Herr Max Kuhn gewählt.
Pro Person zahlte man 10,- Mark Aufnahmegebühr. Es wurde an der Straße im Hammertal ein Sportplatz gebaut und am Pfingstfest des Jahres 1949 eingeweiht. Nach der Einweihung mußten noch viele Arbeiten erledigt werden und zwar durch Eigenleistung.
Der Verein bekam 3600,- DM vom Fußballverband Westfalen. Außerdem wurde ein Darlehn in Höhe von 4000,- DM aus Mitteln des Fußballtotos gewährt.

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Ostern 1959 wurde der Sportplatz " In den Tannen " eingeweiht.
Bürgermeister Oskar Knufinke übergab den Sportplatz seiner Bestimmung. Er durfte stolz sein, daß die damals kleine noch selbstständige Gemeinde Buchholz diese Leistung erbracht hatte.
Zum Eröffnungsspiel kamen 1200 Zuschauer. Das wird es sicher nie wieder geben. Oder ???
Gleichzeitig wurde das Clubheim nach völliger Umgestaltung
durch den Vereinswirt Paul Abel, eröffnet.
Im Jahre 1966 wurde die Flutlichtanlage erstellt.
1970 - 1971 wurde das neue Clubhaus gebaut. Dabei fanden Teile des " Olympischen Dorfes München " Verwendung. Erbauer war die ehemalige Stadt Herbede.
Die Hälfte der Kosten wurde von Herrn Damm getragen.
Es hat im Laufe der über 100 Jahre ein Auf und Ab gegeben.
Viel Freude, auch Entäuschungen war da.
Harte Zeiten, zwei Kriege, die Inflation und Arbeitslosigkeit haben es nicht vermocht, den Hammerthaler Sportverein zu zerstören.
Es gab immer Frauen und Männer, die in schlechten Zeiten für den Verein da waren.
Diesen Menschen wollen wir an dieser Stelle danken.

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Auszug aus dem Buch -
Festschrift zum 100-jährigen Jubiläum des Hammerthaler SV 1891 e.V.